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HeNe-Laser in der Interferometrie – Warum Helium-Neon-Laser die bevorzugte Lichtquelle für Präzisionsmesstechnik sind

HeNe-Laser (Helium-Neon-Laser) sind seit über 50 Jahren die bevorzugte Lichtquelle für die Laserinterferometrie in der Präzisionsmesstechnik. Ihre hohe Frequenzstabilität, lange Kohärenzlänge und exzellente Strahlqualität machen sie zur idealen Wahl für Längen- und Winkelmessungen im Nanometerbereich.

Ob in der Halbleiterfertigung, der Koordinatenmesstechnik oder der Werkzeugmaschinenkalibrierung – überall dort, wo höchste Messgenauigkeit gefragt ist, kommen frequenzstabilisierte Helium-Neon-Laser zum Einsatz. Dieser Leitfaden erklärt, warum das so ist und welcher Laser für Interferometrie am besten geeignet ist.

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  INHALTSVERZEICHNIS

Warum die Wahl der Interferometrie-Lichtquelle über Ihre Messergebnisse entscheidet

Die Auswahl der richtigen Lichtquelle für ein Interferometer bestimmt maßgeblich die erreichbare Messgenauigkeit. Nicht jeder Laser eignet sich gleichermaßen für interferometrische Präzisionsmessungen – Frequenzstabilität, Kohärenzlänge und Strahlqualität müssen stimmen.

Unzureichende Kohärenzlänge

Konventionelle Diodenlaser bieten oft nur wenige Millimeter Kohärenzlänge. Bei Messungen über größere Distanzen – etwa an Werkzeugmaschinen oder in der Koordinatenmesstechnik – reicht das nicht aus. Das Interferenzmuster wird kontrastarm und die Messunsicherheit steigt. DFB-Diodenlaser erreichen dagegen Kohärenzlängen von mehreren Kilometern, jedoch nur im Infrarot-Bereich.

 

Frequenzdrift während der Messung

Unstabilisierte Laser ändern ihre Wellenlänge mit der Temperatur. In einer mehrstündigen Messkampagne kann die Drift den Messfehler in Abhängigkeit von der Messstrecke vervielfachen – ein Problem, das viele Anwender erst nach der Installation bemerken.

Unklare Lasertyp-Auswahl

Welcher Laser für Interferometrie der richtige ist, hängt von der konkreten Anwendung ab. Diodenlaser, Festkörperlaser oder HeNe-Laser? Ohne Fachwissen ist die Entscheidung riskant und teuer.

 

Fehlende Rückführbarkeit

In der Präzisionsmesstechnik müssen Messergebnisse auf das SI-Längennormal rückführbar sein. Nicht jede Laserquelle erfüllt die Anforderungen nationaler Metrologie-Institute wie der PTB.

Frequenzstabilisierter vs. Standard HeNe-Laser

Nicht sicher, ob Sie einen stabilisierten oder unstabilisierten HeNe-Laser brauchen? Unser Vergleich hilft bei der Entscheidung.
 

Frequenzstabilisiert vs. Standard – Der Vergleich

Was ist Laserinterferometrie und warum werden HeNe-Laser bevorzugt?

Laserinterferometrie ist ein optisches Messverfahren, bei dem kohärentes Laserlicht in zwei Strahlen geteilt und nach Durchlaufen unterschiedlicher Wege wieder überlagert wird. Aus dem resultierenden Interferenzmuster lassen sich Längenänderungen mit Nanometer-Genauigkeit bestimmen. HeNe-Laser sind die bevorzugte Lichtquelle, weil ihre Wellenlänge von 632,8 nm als Längennormal dient und ihre Kohärenzlänge mehr als 100 Meter beträgt.

 

Die Grundlagen der Laserinterferometrie basieren auf dem Prinzip der Überlagerung von Wellen: Wird ein Laserstrahl an einem halbdurchlässigen Spiegel aufgeteilt, legt ein Teil des Laserstrahls eine Referenzstrecke und der andere Teil des Strahls die Messstrecke zurück. Bei der Rekombination entstehen Interferenzmaxima und -minima, deren Verschiebung proportional zur Wegänderung ist. Ein Wechsel zwischen Interferenzmaximum und -mininum entspricht dabei einer halben Wellenlänge – bei einem HeNe-Laser also 316,4 nm.

Frequenzstabilisierte Helium-Neon-Laser bieten gegenüber alternativen Laserquellen entscheidende Vorteile für die Präzisionsmesstechnik:

  • ihre Wellenlänge ist hochstabil (Frequenzdrift < 2 MHz),
  • die Strahlqualität ist nahezu ideal (TEM00-Mode) und
  • die Wellenlänge 632,8 nm ist international als Referenz anerkannt.

Welcher Laser für Interferometrie? HeNe-Laser im Vergleich mit Alternativen

 

Für die Interferometrie in der Präzisionsmesstechnik stehen vier Lasertypen zur Auswahl: HeNe-Laser, Diodenlaser, Festkörperlaser (Nd:YAG) und Faserlaser, eine spezielle Form von Festkörperlasern. Jeder Typ hat spezifische Stärken – doch für die Mehrheit der industriellen und wissenschaftlichen Interferometrie-Anwendungen bleiben HeNe-Laser die erste Wahl.

Vergleich von Lasertypen für die Interferometrie
EigenschaftHeNe-LaserDiodenlaserNd:YAGFaserlaser
Wellenlänge543–3390 nm (grün bis IR), 632,8 nm Standard für Interferometer (Längennormal)375–3300 nm (UV bis IR)1064 nm (NIR), durch Frequenzverdopplung 532 nm (grün)300–2100 nm (UV bis IR)
KohärenzlängeMehr als 100 m frequenzstabilisiert, Iodstabilisiert sogar bis 10 kmWenige Millimeter bei günstigen Dioden, bis mehrere Kilometer bei DFB-/DRB-Lasern (nur Infrarot)wenige Millimeter bis 1000 m kommerziellMehrere Kilometer
Frequenzstabilität< 2 MHz (stabilisiert)10–100 MHz1–10 MHz1–50 MHz
StrahlqualitätTEM00 (ideal)Gut (mit Korrektur)Sehr gutSehr gut
Leistungbis 35 mWBis kW im HochleistungslasermW–kWmW–kW
KostenMittelNiedrigHochHoch
KompaktheitMittelSehr kompaktGroßKompakt
SI-RückführbarkeitJa (auf PTB-Standard)BedingtBedingtBedingt

Vorteile von HeNe-Lasern in der Interferometrie

Die entscheidenden Vorteile von HeNe-Lasern für die Interferometrie sind ihre einzigartige Kombination aus Kohärenzlänge, Frequenzstabilität und SI-Rückführbarkeit. Kein anderer Lasertyp bietet alle drei Eigenschaften gleichzeitig in dieser Qualität.

  • Kohärenzlänge mehr als 100 Meter: Ermöglicht Messungen an großen Werkzeugmaschinen und in Reinräumen mit einer sichtbaren Wellenlänge
     
  • Wellenlänge als Längennormal: 632,8 nm ist international anerkannt – direkte Rückführbarkeit auf SI-Einheiten
     
  • Geringstes Rauschen: Weniger Störungen im Interferenzmuster als bei Diodenlasern
     
  • Bewährt seit über 50 Jahren: Etablierte Technologie mit bekannten Langzeiteigenschaften

Wann andere Lasertypen sinnvoller sind

Für extrem kompakte Messsysteme (z.B. integrierte Sensoren) können Diodenlaser die bessere Wahl sein. Bei Gravitationswellendetektoren wie LIGO kommen Nd:YAG-Laser zum Einsatz, da dort hohe Leistung wichtiger ist als Kompaktheit.
Für die industrielle Präzisionsmesstechnik mit Längen von Nanometern bis einige Metern bleiben HeNe-Laser jedoch unübertroffen.

Einsatzbereiche: HeNe-Laser für Messtechnik und Interferometrie-Anwendungen

HeNe-Laser kommen überall dort zum Einsatz, wo interferometrische Präzisionsmessungen im Nanometerbereich gefordert sind. Die wichtigsten Anwendungsgebiete reichen von der Halbleiterfertigung über die Kalibrierung bis zur Grundlagenforschung.

Werkzeugmaschinen-Kalibrierung

Bei der Kalibrierung von CNC-Maschinen nach ISO 230 prüfen Laserinterferometer die Positioniergenauigkeit der Achsen. Die hohe Kohärenzlänge des HeNe-Lasers ermöglicht Messungen über die gesamte Maschinenlänge.

 

Längenmessung und Positionierung

In der Halbleiterfertigung positionieren Laserinterferometer Wafer-Stages mit Nanometer-Genauigkeit. Der SIOS SP 5000 DI nutzt einen frequenzstabilisierten HeNe-Laser als Lichtquelle und erreicht eine Auflösung bis 5 Pikometer.

 

Universitäre Forschung und Lehre

An Hochschulen weltweit dienen HeNe-Laser als Referenzquelle in Interferometrie-Praktika. Die einfache Handhabung und die sichtbare Wellenlänge (632,8 nm, rot) machen sie ideal für die Ausbildung in der Messtechnik und Optik.

SIOS Laserinterferometer für Längenmessungen

SIOS Laserinterferometer messen Längen vom Nanometer bis zu 80 Metern – Anwendungen, Messsysteme und OEM-Konzepte im Überblick.

SIOS Anwendungen & Messsysteme entdecken

Warum SIOS HeNe-Laser für die Interferometrie die beste Wahl sind?

SIOS Meßtechnik GmbH ist einer der wenigen Hersteller weltweit, die sowohl frequenzstabilisierte HeNe-Laser als auch komplette Laserinterferometer-Systeme aus einer Hand entwickeln und fertigen. Seit über 30 Jahren werden SIOS-Produkte in der Präzisionsmesstechnik eingesetzt – von nationalen Metrologie-Instituten bis zu führenden Halbleiterherstellern.

30+ Jahre

ERFAHRUNG IN LASERINTERFEROMETRIE

5 pm

AUFLÖSUNG (SP 5000 SERIE)

632,8 nm

SI_RÜCKFÜHRBAR

Ilmenau

MADE IN GERMANY

Was SIOS besonders macht: Die SIOS-Modelle SL-02, SL-04 und SL-03 mini sind frequenzstabilisiert und erreichen Frequenzstabilitäten besser als 2 MHz. Diese Laserquellen sind in SIOS-Interferometersystemen integriert oder können als Standalone-Lichtquelle für Interferometer eingesetzt werden.

SL-02 Produktseite   SL-04 Produktseite   SL-03 mini Produktseite 

In 3 Schritten zum richtigen HeNe-Laser für Ihre Interferometrie

Die Auswahl der Interferometer-Lichtquelle folgt einem klaren Entscheidungspfad:
Von der Anwendungsdefinition über die Spezifikationsprüfung bis zur Herstellerberatung.

1.

Anwendung definieren
Messbereich, Auflösung und Umgebungsbedingungen festlegen. Längen-, Winkel- oder Schwingungsmessung?

2.

SIOS-Modell wählen
SL-02 (Standard),
SL-04 (höchste Stabilität) oder
SL-03 mini (kompakt für OEM).

3.

Beratung anfragen
SIOS-Ingenieure beraten bei der Integration in Ihren Messaufbau – von der Lichtquelle bis zum kompletten Interferometer-System.

 

Häufige Fragen: HeNe-Laser in der Interferometrie

HeNe-Laser werden bevorzugt, weil sie eine einzigartige Kombination aus hoher Kohärenzlänge (mehr als 100 m), exzellenter Frequenzstabilität (< 2 MHz bei stabilisierten Modellen) idealer Strahlqualität (TEM00-Mode) und das im sichtbaren Bereich bieten. Ihre Wellenlänge von 632,8 nm ist zudem international als Längennormal anerkannt, was die direkte Rückführbarkeit auf SI-Einheiten ermöglicht.

Ein frequenzstabilisierter HeNe-Laser erreicht eine Kohärenzlänge von typischerweise 100 bis über 300 Metern. Damit sind interferometrische Messungen über große Distanzen möglich – etwa an Werkzeugmaschinen oder in der Koordinatenmesstechnik. Unstabilisierte Modelle erreichen einige Dezimeter bis Meter.

Für die meisten Präzisionsinterferometrie-Anwendungen ist ein frequenzstabilisierter HeNe-Laser die beste Wahl. Er bietet die optimale Balance aus Kohärenz, Stabilität und Kosten. Bei Bedarf nach hoher Leistung (z.B. Gravitationswellendetektoren) kommen Nd:YAG-Laser zum Einsatz, für kompakte Sensoren sind Diodenlaser geeignet.

Grundsätzlich ja, jedoch mit Einschränkungen: DFB-Laserdioden erreichen bis zu einem Kilometer Kohärenzlänge, sind aber nicht sichtbar und daher schwieriger auszurichten (Interferometer-Hersteller mit Laserdioden nutzen einen zweiten sichtbaren Laser für die Ausrichtung). Für Kurzdistanz-Messungen unter 1 Meter können sie ausreichend sein. Für anspruchsvolle Präzisionsmesstechnik mit SI-Rückführbarkeit bleiben HeNe-Laser die zuverlässigere Wahl.

Moderne frequenzstabilisierte HeNe-Laser erreichen Betriebsdauern von über 20.000 bis 30.000 Stunden. Bei typischem Laborbetrieb (8 Stunden/Tag) entspricht das einer Lebensdauer von 7 bis 10 Jahren. SIOS bietet Röhrentausch und Rekalibrierung als Service direkt vom Hersteller an.

Ja, SIOS Messtechnik GmbH bietet drei frequenzstabilisierte HeNe-Laser-Modelle an: den SL-02 (Standard), den SL-04 (höchste Stabilität) und den SL-03 mini (kompakt für OEM-Integration). Alle Modelle können als Standalone-Laserquelle für Interferometer verwendet werden. SIOS nutzt die Laser für die eigenen Interferometer.

Bereit für präzise Interferometrie mit SIOS HeNe-Lasern?

Lassen Sie uns jetzt über Ihren konkreten Anwendungsfall sprechen!

 

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Geprüft von SIOS Messtechnik – Über 30 Jahre Erfahrung in Laserinterferometrie

Dieser Anwendungsleitfaden wurde von Fachexperten der SIOS Messtechnik GmbH geprüft. SIOS entwickelt und fertigt seit 1991 am Standort Ilmenau (Thüringen) Laserinterferometer und stabilisierte HeNe-Laser für die Präzisionsmesstechnik. Die Messgeräte sind weltweit an Universitäten, nationalen Metrologie-Instituten und in der Industrie im Einsatz.

1991

GRÜNDUNGSJAHR

Ilmenau

STANDORT (Thüringen)

30+

JAHRE ERFAHRUNG

SI

RÜCKFÜHRBARE MESSUNGEN

Verfasst von:

Dr.-Ing. Ilko Rahneberg
Technischer Leiter, SIOS Meßtechnik GmbH